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Nachrichten der Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens / Hamburg



Inhalt:
Jörg MÖLLER (Hrsg.): Sumô. München: iudicium 1994. 194 S., 72 Abb. DM 25,-

Im Westen sind heute Kampfkünste bzw. Kampfsportarten ostasiatischen Ursprungs keine Seltenheit mehr. Der an solchen interessierte Leser bzw. aktiv Übende findet in westlichen Sprachen vor allem zum chinesischen Ch'üan-fa (Kung-fu etc.), dem koreanischen Taekwondô oder dem japanischen Aikidô, Jûdô und Karatedô mittlerweile eine Vielzahl von illustrierten Trainingsanleitungen sowie einige wenige Monographien bzw. Zeitschriftenartikel, die sich intensiver mit der jeweiligen historischen Entwicklung und in manchen Fällen auch mit kulturellen bzw. geistesgeschichtlichen Hintergründen dieser Kampfkünste beschäftigen.

Vornehmlich in den letzten zehn Jahren ist über die Grenzen Japans hinaus auch das Interesse am traditionellen japanischen Ringen, Sumô, stark angewachsen. Das verdeutlichen zum Beispiel die vom ,Japanischen Sumô Verband' (Nihon Sumô Kyôkai) der Profi-Ringer veranstalteten Auslands-Turniere in Europa - London 1991, Düsseldorf 1992, Wien und Paris 1995 - oder in Nordamerika - so das letzte 1998 in Kanada - sowie die Gastspiele von Amateur-Sumô-Ringern bei sogenannten ,Budô-Galas' in Deutschland und anderen Ländern. Aber auch die Berichterstattung in den Medien, wie beispielsweise die seit einiger Zeit in Sportsendungen europäischer Fernsehanstalten zu sehenden Zusammenfassungen der großen Sumô-Turniere in Japan, oder die seit 1992 veranstalteten Sumô-Weltmeisterschaften der Amateure zeugen davon.[1]

Dennoch wird Sumô im Vergleich zu den anfangs genannten Kampfkünsten, unter anderem wohl aufgrund seiner nicht leicht zugänglichen Praxis und den in dieser enthaltenen auf den ersten Blick schwer durchschaubaren rituell-zeremoniellen Traditionen, im Westen bislang noch selten aktiv ausgeübt.

Auch eine Durchsicht der westlichsprachigen Literatur zeigt, daß bis heute nur eine eher gering zu nennende Anzahl von Veröffentlichungen zum Sumô existiert. Erste Darstellungen über japanisches Ringen in westlichen Sprachen entstanden in etwa um die Jahrhundertwende.[2] Seitdem sind etwas mehr als ein Dutzend Bücher zum Thema Sumô in westlichen Sprachen erschienen. Unter diesen wiederum sind, zum Teil auch nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten, die von KENRICK (1969) CUYLER (1979), KELLER (1981), MÖLLER (1994) und NEWTON / TOFF (1994) hervorzuheben.[3] Über die Vorstellung der Geschichte oder der Regeln, der Ränge und des Turnierablaufes etc. hinaus werden in diesen Monographien auch rituell-zeremonielle bzw. religiöse Aspekte sowie geistesgeschichtliche Hintergründe in einem ausführlicheren Maße berücksichtigt, als es in anderen Darstellungen der Fall ist. Vergleicht man weiterhin die Literatur zum Sumô mit der zu anderen ostasiatischen Kampfkünsten, ist festzustellen, daß - wohl aufgrund der geringen Zahl an Sumô-Ausübenden im Westen bzw. dem schwierigen Zugang für den nicht japanisch Sprechenden - bislang kaum oder keine Forschungsbeiträge zu dieser Art des Ringens, zum Beispiel unter sportmedizinischen oder -motorischen Aspekten etc., in westlichen Sprachen aufzufinden sind.[4] Auffällig ist auch, daß es keine konkreten (technischen) Trainingsanleitungen zum Sumô gibt. Die meisten Darstellungen beschränken sich diesbezüglich zumeist nur auf eine oft knappe Beschreibung von Techniken, die in den professionellen Ringkämpfen häufiger vorkommen. Hier ist ein deutlicher Unterschied zu den anfangs genannten Kampfkünsten zu erkennen, bei denen Trainingsanleitungen den Hauptteil der Literatur ausmachen.

Gegenüber den westlichsprachigen Darstellungen bietet die Literatur zum Sumô in dessen Mutterland einerseits eine quantitativ wesentlich reichhaltigere und andererseits eine von ihrem Themenspektrum her breiter gefächerte Auswahl an Monographien und Zeitschriftenartikeln. Dies gilt auch für Beiträge aus der Forschung. Darunter lassen sich Abhandlungen aus einer Vielzahl von Wissenschaftsbereichen - zum Beispiel der Soziologie, der Sportmedizin oder der Sportmotorik etc. - nachweisen. Würde eine umfassende Übersicht der japanischen Forschung den Rahmen dieser gedanklichen Auseinandersetzung mit dem Buch Sumô sprengen, sollen hier dennoch einige herausragende Werke genannt sein. Einer der unermüdlichsten Erforscher des Sumô, von dem vor allem Beiträge in historischer sowie in kultureller und rituell-zeremonieller Hinsicht zu finden sind, ist WAKAMORI (zum Beispiel 1963 und 1982). Ähnlich angelegt sind auch die Untersuchungen von HASEGAWA (1993) und von KUBODERA (1992). Bei ersterem sind beispielsweise die Studien zu okinawanischem und koreanischem Ringen sowie seine interessanten Vergleiche zum japanischen Pendant hervorzuheben. Das hervorragend recherchierte Nachschlagewerk Kuboderas bietet unter anderem auch eine ausführliche chronologische Tabelle zur historischen Entwicklung des Sumô, Statistiken zu Ringern und Ringkämpfen sowie alle siebzig Sumô-Techniken in Illustration und Erläuterung. OINUMA (1994) beschäftigt sich mit dem oft als abgeschlossen bezeichneten sozialen Gefüge des Sumô. Eine umfangreiche anthropologische Studie zu weltweitem Ringen bietet SÔGAWA (1995).[5] Für Beiträge aus sportmedizinischen oder sportmotorischen und auch anderen Bereichen sei beispielsweise auf die "Bibliographie zu wissenschaftlichen Forschungen über die Wege der Kampfkünste" der NIHON BUDÔ GAKKAI (1998) verwiesen.[6]

In Jörg Möllers Sammelband Sumô sollen, wie aus dem Vorwort zu erfahren ist, "[...] in allgemein verständlicher Weise die langen Traditionen und kulturellen Besonderheiten des Sumô als Sport und Kult vorgestellt werden". Außer der ,bereits vor einigen Jahren verfaßten' Einführung - "[...] eine besonders gute Einführung in viele verschiedene Bereiche dieses Sports und seines Umfeldes, [die] auch eine Vorstellung von der ,japanischen Sichtweise' des Sumô [vermittelt]" - wurden "alle anderen Artikel [...] eigens für dieses Buch geschrieben und sollen dazu beitragen, durch zusätzliche Informationen über eine der ältesten Sportarten Japans Interesse am Sumô zu wecken und die Freude beim Betrachten der Veranstaltungen zu erhöhen" (S. 8).

Der Herausgeber, promovierter Sportwissenschafter, verfaßte neben dem "Vorwort" (S. 7-8) folgende Beiträge: "Geschichte des Sumô" (S. 33-54), "Ränge, Preise und Besoldung" (S. 159-161), "Techniken" (S. 162-172) und das "Glossar" (S. 173-193). Außerdem übersetzte er die Darstellung "Sumô - Eine Einführung" von TAKAHASHI Yoshitaka. Möller studierte Pädagogik, Japanologie und Völkerkunde an der Universität zu Köln sowie Sportwissenschaften an der Sporthochschule Köln und der Japanischen Universität für Sporterziehung (Nihon Taiiku Daigaku) in Tôkyô. Unter seinen früheren Arbeiten finden sich neben einer 1990 veröffentlichten wissenschaftlichen Darstellung auch mehrere Zeitschriftenartikel zum Sumô sowie eine Monographie zu Sport und Spiel am japanischen Kaiserhof vom siebten bis zum vierzehnten Jahrhundert.[7]

Der einleitende Beitrag "Sumô - Eine Einführung" (S. 11-31) wurde von Takahashi Yoshitaka[8] verfaßt. Er studierte an der Tôkyô Universität Deutsche Literaturwissenschaft und war unter anderem von 1981 bis 1990 im Japanischen Sumô Verband Vorsitzender des ,Beratungsausschusses [für die Ernennung] zum Yokozuna' (yokozuna shingiiinkai), dem höchsten Rang im Sumô. Der Leser wird von ihm mit den grundlegenden Sumô-Regeln, dem Kampfplatz (dohyô), den wichtigsten Turnieren, der Organisation des Sumô Verbandes, den Trainingsanstalten (heya wörtl.: "Zimmer"; S. 13), den verschiedenen Kampfklassen (makuuchi, jûryô, makushita, sandanme, jonidan und jonokuchi) bzw. den Rängen (yokozuna, ôzeki, sekiwake, komusubi), der Rangliste (banzuke) der Kämpfer, dem Verlauf des Kampfes und Teilen seiner Symbolik etc. vertraut gemacht. Bei dieser ,Einführung' handelt es sich um eine auch für den Nicht-Fachmann verständliche, zumeist sachlich gehaltene Vermittlung von grundsätzlichem Wissen zum Sumô in kleinen, überschaubaren Unterkapiteln.

Dem Beitrag Takahashis schließt sich die Abhandlung der "Geschichte des Sumô" von Möller an, die mit der Erklärung des Wortes Sumô beginnt, ,daß dieses heute zwar für das traditionelle Ringen steht, ursprünglich aber alle Arten von Zweikämpfen umfaßte'. Weiterhin wird darauf hingewiesen, daß es keine gesicherten Daten gibt, seit wann Ringen in Japan existiert - erste Hinweise auf Vorläufer des Sumô finden sich bereits in den ältesten japanischen Chroniken. Ebenso wie bei Takahashi wird auch auf Berührungspunkte zwischen Sumô und Shintô aufmerksam gemacht.

Zur Herkunft des Sumô gibt es verschiedene Theorien, wovon eine besagt, "daß das japanische Ringen wie viele andere Kulturgüter vom Festland übernommen wurde". Gilt festländischer Einfluß heute als unbestritten, ist aber laut Autor zu vermuten, "[...] daß es bereits vor dem großen Einfluß der chinesischen und koreanischen Kultur frühe Formen des Ringkampfes gab" (S. 33).

Daraufhin folgt ein Unterkapitel über die Durchführung des Sumô am Kaiserhof, das im achten Jahrhundert ins höfische Brauchtum Eingang fand und dort bis zum zwölften Jahrhundert gepflegt wurde. Die jährlichen Sumô-Turniere am Kaiserhof, die der Unterhaltung der Götter und des Kaisers bzw. des Hofadels dienten, wurden im Rahmen großer Festbankette (sechie no sumô) abgehalten. Diesen gingen Geistervertreibungen voraus. Die Ringer selbst waren der Palastwache zugeteilt. Da sich Ringkämpfe großer Beliebtheit erfreuten, wurden ähnliche Veranstaltungen bald auch von Adligen in den Provinzen durchgeführt, was zur Entwicklung berufsmäßiger Ringer beitrug.

Nach der Machtübernahme des Kriegerstandes Ende des zwölften Jahrhunderts wird Sumô dann von diesem gefördert, vor allem auch unter dem Aspekt, "die Wehrkraft zu stärken" (S. 38). Aufgrunddessen gelangten Ringer im Zeitalter der ,Kämpfenden Lande' (sengoku jidai 1477-1576) in den verschiedenen lokalen Herrschaftsgebieten, den Daimyaten, sogar zu höheren Stellungen. Während der Tokugawa-Zeit (1600-1868), als herrenlose Samurai ein erhebliches Problem für die Behörden darstellten, da sie unter anderem auch durch Straßen-Sumô ihren Lebensunterhalt aufbrachten, wurden Sumô-Veranstaltungen von Beamten des Shôgunats, aufgrund von Ausschreitungen und aus Angst vor Aufruhr, mehrmals, allerdings erfolglos, verboten. Um die Kontrolle nicht ganz zu verlieren, knüpfte man an die bereits im achten Jahrhundert nachweisbare Tradition an,[9] Sumô an Schreinen, und nun auch an Tempeln, durchzuführen. In diesem Zusammenhang wurde die Zahl der Techniken auf die 48 "klassischen Techniken" (S. 47) beschränkt. Weiterhin entstand eine Art Rangliste, und die besten Ringer nannte man ôzeki etc.

Abschließend wird die historische Entwicklung des "Sumô in der Moderne" (S. 49) betrachtet. Durch den Zusammenbruch des feudalen Regierungssystems und die nach langer Abgeschlossenheit erfolgte Öffnung Japans erlebte das Sumô nach der Meiji-Restauration 1868 vorübergehend eine Krise. Da der, nun formell die Macht wieder innehabende, Kaiser Meiji selbst aber "[...] ein großer Freund des Sumô war, konnten sich die Ringkämpfer nach und nach wieder einen Teil ihrer einstigen Popularität erkämpfen" (S. 50). Die wichtige Rolle des Kaiserhauses für das Sumô der Moderne zeigt sich auch daran, daß es durch die Vermittlung seines ebenfalls Sumô-begeisterten Enkels - dem späteren Kaiser Shôwa (Hirohito) - gelang, 1925 einen regionalübergreifenden Sumô-Verband ins Leben zu rufen.

In dieser generellen Darstellung der Geschichte des japanischen Ringens rezipierte Möller, wie aus dem Text und aus den Anmerkungen zu ersehen ist, vor allem den Stand der japanischen Sumô-Forschung. Aber auch wichtige westlichsprachige Sekundärliteratur wurde herangezogen. Im Falle der "Herkunft des Sumô" (S. 33) werden, wie zuvor erwähnt, vorhandene Theorien der Forschung nicht nur vorgestellt, sondern Möller erklärt anhand von Ähnlichkeiten zwischen dem Ablauf des heutigen Sumô und dem Ringen in den ältesten Chroniken die von ihm vertretene These von den originär frühjapanischen Formen des Ringkampfes (S. 33) plausibler, als es mancher japanische Autor im selben Zusammenhang tut.[10] Allerdings bleibt für den in japanischer Geschichte unkundigen Leser dabei unbeantwortet, zu welcher Zeit er den ,großen Einfluß' sieht. Vermutlich ist hier die Zeit vor der bewußten Ausrichtung des japanischen Staates nach chinesischem Vorbild im siebten Jahrhundert gemeint.[11] In bezug auf die Gründung des ,Japanischen Sumô Verbandes', die vom Verfasser in das Jahr 1926 datiert wird (S. 52), ist aus der japanischen Literatur zu erfahren, daß dieser Verband bereits im Jahr 1925 vom japanischen Erziehungsminister seine Anerkennung als rechtsfähige Stiftung (zaidan hôjin) erhält.[12] Zusammenfassend ist der Beitrag von Möller - auch in wissenschaftlicher Hinsicht - durch seinen chronologischen sowie logischen Aufbau und seine verständliche nicht überzogen fachspezifische Sprache als einer der bislang besten, wenn nicht sogar als der beste Geschichtsabriß zum Sumô in westlichen Sprachen einzustufen.

Der in den vorangehenden Aufsätzen bereits angedeutete rituell-zeremonielle bzw. religiöse Einfluß des Shintô auf das japanische Ringen wird von Ulrich PAULY in "Götter, Geister, Ringer. Religion und Ritual im Sumô" ausführlich beschrieben und untersucht. Dabei beginnt der Autor mit dem in den Aufzeichnungen über alte Begebenheiten (Kojiki) und den Japanischen Annalen (Nihon shoki) zu findenden Mythos, in dem die Göttin Ame no Uzume mit einem Stampftanz die Sonnengöttin Amaterasu aus einer Höhle hervorlockt, woraus sich später "[...] das dem Ringkampf vorausgehende Stampfritual (shiko) der Sumô-Ringer - eines der Urelemente des Sumô - entwickelt" (S. 55). Es folgt der Kampf der Götter Take Mikazuchi und Take Minakata in der sogenannten Landabtretungsmythe des Kojiki - dem ältesten Beleg für einen Ringkampf in Japan - der ein wichtiger Hinweis darauf ist, "daß die Japaner des Altertums Ringkämpfe als eine Art Gottesorakel ansahen, mit dessen Hilfe sie für das Gemeinwesen wichtige Fragen entschieden" (S. 56).

Auch auf den bereits bei Möller erwähnten der Legende nach ersten menschlichen Ringkampf wird nochmals genau eingegangen. Im Zusammenhang mit Nomi no Sukune, auf den, wie es in den Japanischen Annalen heißt, der Vorschlag zurückgehen soll, bei Beerdigungen, statt Menschenopfer Tonfiguren zu verwenden, leitet der Autor zur Bedeutung der Ringkämpfe als "Leichenspiele" (S. 59) über. "Eine Reihe von Indizien legt [...] den Schluß nahe, daß man vor dem 7. Jahrhundert in Japan Sumô-Ringkämpfe im Rahmen der Begräbnisfeierlichkeiten des Kaiserhofes veranstaltet hat" (S. 60). Auf die Frage, was mit den Ringkämpfen bezweckt wurde, folgert er, daß diese vermutlich zur Besänftigung der Totenseele und zur Unterhaltung sowohl des Verstorbenen als auch der Trauergäste dienten. Aber wohl schon vor der Übernahme der Ringkämpfe ins Hofzeremoniell wurden diese bei vielen religiösen Shintô-Festen "mit Sicherheit [...] als Zeremonie zur Besänftigung der Erdgottheit [...]" durchgeführt. "[Z]ugleich [dienten die Ringkämpfe] der Weckung neuer Lebenskräfte der Natur wie der Abwehr von Übel im weitesten Sinne" (S. 64). Bis heute existieren verschiedene Formen des sogenannten Schrein-Sumô (shinji zumô - Gottesdienst-Sumô) bzw. Votiv-Sumô (hônô zumô), das vor allem ein Fruchtbarkeitsritual ist. Beispiele sind in der sich anschließenden Darstellung "Schrein- und Votiv-Sumô auf japanischen Festen" beschrieben. Noch bevor der Kaiserhof das Bon-Fest (eine Art buddhistisches Allerseelen, S. 66) im siebten Jahrhundert übernahm, führten die Bauern ein Fest durch, das wahrscheinlich ein Ahnenfest mit Jahresdivination war, bei dem diese um die Fruchtbarkeit der Felder sowie um Gesundheit beteten. Dabei wurde Sumô etc. aufgeführt, "[...] um aus dem Ergebnis den Ausgang der Ernte zu ersehen" (S. 66). Weiterhin wurde Sumô auch dazu benutzt, um Krankheiten auszutreiben oder bei Hauseinweihungen die Erdgeister durch ein von Ringern ausgeführtes Stampfritual zu beruhigen.

Mehrere Unterkapitel beschäftigen sich mit der Bedeutung des Sumô am Kaiserhof. So floß bäuerliches Brauchtum in höfisches Jahresbrauchtum ein, denn die wichtigste Pflicht des Kaisers als Herrscher und zugleich als oberster Priester war es, für Frieden und das Gedeihen der Feldfrüchte zu beten. Auch das Sumô fand Eingang "[...] als Teil eines mit Fruchtbarkeitsritual und Jahresdivination verbundenen bäuerlichen Ahnenfestes [...]" (S. 69). Die Blütezeit der höfischen Sumô-Turniere lag zwischen dem achten und zehnten Jahrhundert. Im zehnten und elften Jahrhundert entwickelten sich die Ringkämpfe, laut Pauly, "immer mehr zu einem seines ursprünglichen, religiösen Inhaltes weitgehend entleerten, prunkvollen Ritual zur Unterhaltung des Hofadels, und mit dessem Verfall nahm dann auch die Häufigkeit und der Glanz der Turniere ab" (S. 71).

Der Kriegerstand förderte das Sumô einerseits als Wehrertüchtigung, andererseits zur Unterhaltung. "Im gemeinen Volk war die Tradition des Schrein-Sumô [...] nie abgebrochen. Ganz im Gegenteil: die ab dem 13. Jahrhundert rasch fortschreitende Verbreitung des Buddhismus [...] führte dazu, daß ab dem 16. Jahrhundert auch an buddhistischen Tempeln Sumô-Ringkämpfe aufgeführt wurden" (S. 72). Der Erlös dieser Veranstaltungen wurde zum Beispiel für die Reparatur der Schreine und Tempel verwendet. Dadurch kam die Bezeichnung "Benefiz-Sumô" (kanjin zumô; S. 72) auf. Im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert wurde das Sumô immer weiter systematisiert und seine bis heute bestehenden Grundlagen ausgeformt.

Diesen bislang in erster Linie die historische Entwicklung von Ritual bzw. Zeremonie aufzeigenden Unterkapiteln folgen solche vornehmlich zur Symbolik zeremonieller Handlungen und Gegenstände bzw. zu Bräuchen auch im heutigen Sumô, zum Beispiel zur: ,Symbolik und Weihe des Ringes', ,Turniertrommel', ,Zeremonie der Ringbesteigung' und über den Begriff bzw. den Rang des yokozuna etc. Ausführlich werden auch die im heutigen Sumô vorhandenen Handlungen der Ringer wie "Klatschen zum Zeichen der Verehrung der Gottheiten", "Stampfen zur Vertreibung böser Geister" (S. 92), die Verwendung von "Kraftwasser, Kraftpapier und Reinigungssalz" (S. 94) und das "Reinigen der Hände" (S. 96) vor dem eigentlichen Kampf beschrieben.

Diese Darstellung von Pauly ist zumindest in westlichen Sprachen die anspruchsvollste wissenschaftliche Abhandlung zum religiösen Hintergrund des Sumô. Einerseits wurde nicht nur der neueste Stand der Forschung berücksichtigt, sondern auch ein Beitrag zur Theoriebildung angestrebt. So spricht Pauly davon, daß "[...] neben Sumô-Ringern darstellenden Haniwa-Figuren [oder] Keramik und den Wettkämpfen als Leichenspiele bei den Nachbarvölkern [...] von der Wissenschaft bis heute [...] die Tatsache [übersehen worden ist], daß der Brauch, zur Besänftigung von Totenseelen Ringkämpfe zu veranstalten, in Japan niemals ausgestorben ist" (S. 62). Oder: "Die Übernahme des Sumô, als ein Teil eines mit Fruchtbarkeitsritual und Jahresdivination verbundenen bäuerlichen Ahnenfestes (Totenfestes), in das höfische Brauchtum erklärt vielleicht auch, wie das Sumô zu einer Zeremonie zur Besänftigung der Seele des Toten bei Trauerfeierlichkeiten des Kaiserhofes werden konnte" (S. 69). Andererseits lassen auch die sprachlichen Mittel und der kompositorische Aufbau dieser Abhandlung keine Wünsche offen.

Die Darstellung "Schrein- und Votiv-Sumô auf japanischen Festen" beschäftigt sich mit lokalen Festen, bei denen Sumô in den verschiedensten Formen eine Rolle spielt. Konkret werden sieben Beispiele vorgestellt. Zuvor gibt Pauly in einer der Anmerkungen noch die Definition, daß bei Festen an Shintô-Schreinen sowohl die Bezeichnung Schrein- als auch Votiv-Sumô Verwendung findet, während bei Festen an buddhistischen Tempeln nur die Bezeichnung Votiv-Sumô benutzt wird.

Zur Bedeutungsspanne dieser in Art und Ausführung recht unterschiedlichen ,Sumô-Kämpfe' erklärt der Autor, daß diese "[...] als Dank für oder als Bitte um Fruchtbarkeit oder Gesundheit, als Fruchtbarkeits- oder als Gesundheitsorakel zur Erfragung des Willens der Gottheit, aber auch als ein exorzistisches Ritual zur Vertreibung böser Geister bzw. Besänftigung erregter Geister, zu denen auch die Totenseelen eines unnatürlichen Todes oder zu frühen Todes gestorbener Menschen gehören, aufgeführt [werden]. [...] Sie reichen von einem rein rituellen Sumô, das eher sakralem Tanz oder sakralem Theater ähnelt und bei dem das Ergebnis des Kampfes von vornherein feststeht, über parodistisch wirkendes Sumô bis zum rein wettkampfmäßigen Sumô, bei dem der religiös-rituelle Charakter fast völlig in den Hintergrund getreten ist" (S. 103-104).

So dient beim ersten der beschriebenen Feste das unter anderem von Mädchen und Jungen aufgeführte Sumô heute als Unterhaltung, doch wurde es früher wohl als "magisch-rituelle Wiederholung des Ringkampfes der Besuchergottheit [- der Berggottheit -] mit der Erdgottheit aufgeführt" (S. 108). Dieses Fest gehört zur Kategorie der ,Seelenberuhigungsfeste', womit man für die Ernte dankte und um eine neue gute Ernte bat. Gleiches gilt auch für das zweite und das vierte Beispiel. Bei der zweiten Beschreibung tritt ein Ringer gegen eine unsichtbare Reisgottheit an, welche schließlich gewinnt. Dieses Einmann-Sumô wird zweimal im Jahr zur Pflanz- und zur Erntezeit des Reises veranstaltet. Bei der vierten Darstellung kämpfen während des "Götter-Sumô" (S. 113) zwei Ringer gegeneinander, und jeder gewinnt einmal.

Hauptziel eines anderen Schrein-Sumô, bei dem zweimal hintereinander gegen denselben Gegner angetreten wird, ist es wohl, die vergöttlichte Seele eines toten Prinzen zu besänftigen. "De[r] Nebencharakter eines Fruchtbarkeitsorakels, bei dem der Sieg eines Ringers seinem Herkunftsort eine reiche Ernte verspricht" (S. 113), wurde vermutlich erst später angenommen.

Ein weiteres Beispiel wiederum dient der Beschwichtigung der Wassergottheit. Dabei werden dieser Sumô-Kämpfe, Tänze und Lieder im Ring etc. dargebracht, wodurch man erhofft, von ihr Schutz vor Wasserschaden und Feuerbrunst zu erhalten.

Das Schrei-Sumô, bei dem Kinder von zwei Ringern hochgehoben werden, dient als Gesundheitsorakel. Durch den schreienden Mund gibt die Gottheit zu verstehen, ob das Kind gut gedeihen wird. Außerdem wird diese auf dem Fest gebeten, werdenden Müttern eine leichte Geburt zu gewähren. "Das Schrei-Sumô wurde vermutlich in Anlehnung an das japanische Sprichwort: ,Ein Kind, das viel schreit, wird aufwachsen' ins Leben gerufen" (S. 128). Gewonnen hat das Kind, welches zuerst schreit. Diese Form ist neuerdings auch an einem buddhistischen Tempel zu finden.

Der Aufsatz von Pauly über Schrein- und Votiv-Sumô ist nicht nur in der westlichen, sondern auch in der japanischen Forschung eine Studie der selteneren Art. Zur Mehrzahl der hier vorgestellten Sumô-Veranstaltungen waren auch in der japanischen Literatur kaum oder gar keine Forschungsbeiträge aufzufinden. Diese Darstellung bietet vor allem dem interessierten ,Fachmann', über das wettkampfmäßig betriebene Sumô hinaus, eine Vielzahl von neuen Erkenntnissen, die sich ihm bislang in der westlichsprachigen Literatur - abgesehen von Ansätzen bei CUYLER (1979, S. 26-31) und MÖLLER (1990, S. 76-86) - nicht in dieser ausführlichen und wissenschaftlich fundierten Form offenbaren.

"Laßt dicke Männer um mich sein!" von Jutta KOWALLIK[13] beleuchtet eingehender Ernährung, Gesundheit und das Training der Ringer. Es werden Untersuchungen angeführt, die Größen- und Gewichtsunterschiede von Sumô-Neulingen und gleichaltrigen Mittelschülern aufzeigen, sich mit gesundheitlichen Risiken oder mit Messungen von Ernährungswerten oder dem körperlichen Fettanteil der Ringer beschäftigen. Außerdem wird zum Beispiel die Zubereitung des Hauptgerichts (chanko nabe) dargestellt oder auf die für das Sumô wichtige Gewichtszunahme eingegangen.

Auch die Stellung der Ringer in der Gesellschaft, die hierarchische Ordnung während des Trainings und in der Trainingsanstalt bilden einen Gegenstand dieser Abhandlung. Beschrieben werden außerdem ein exemplarischer Tagesablauf eines Ringers, das Training selbst oder die Aufnahmebedingungen in den Japanischen Sumô Verband usw.

Lassen sich in der japanischsprachigen Literatur einige Untersuchungen zum Sumô unter sportmedizinischer Fragestellung finden, ist Kowallik bislang die einzige, die sich ausführlicher - in wissenschaftlicher Manier - mit der Wechselwirkung von wettkampfmäßig betriebenem Ringen und Gesundheit in einer westlichen Sprache befaßt und dazu Untersuchungsergebnisse der japanischen Forschung heranzieht bzw. solche vorstellt. Auch die Darstellung der rigiden Welt des professionellen Sumô unter soziologischen Gesichtspunkten gibt dem Leser einen anschaulichen Einblick in das vor allem für junge Ringer und für solche der unteren Kampfklassen entbehrungsvolle Leben in einer Trainingsanstalt (heya). Treffend ist ihre Analyse, wenn sie sagt: "Sumô-Ringer ist man rund um die Uhr, innerhalb und außerhalb des heya. Für einen Jugendlichen ist es besonders am Anfang nicht einfach, die komplizierten, noch feudalistisch zu nennenden inneren Strukturen dieser geschlossenen Gesellschaft und ihr Gewebe von Abhängigkeiten im Geben und Nehmen zu erkennen" (S. 140). Auch Sprache und kompositorischer Aufbau dieser Darstellung wurden als angemessen empfunden.

Die abschließenden kurzen Beiträge von Möller stellen Ränge, Preise und Besoldung der Ringer im heutigen Berufs-Sumô sowie zehn häufiger auftretende Sumô-Techniken dar. Letztere sind illustriert und mit kurzen Erläuterungen versehen.

Im Glossar, ebenfalls von Möller, finden sich, wie auf der Rückseite des Buches angekündigt, "die wichtigsten mit dem Sumô zusammenhängenden Begriffe" beschrieben. Die insgesamt gut recherchierte Zusammenstellungen könnte bei einer zweiten Auflage des Buches im Falle einiger weniger Begriffe noch durch zusätzliche Erklärungen ergänzt werden.[14]

Leider enthält das Buch kein Stichwort- und auch kein Literaturverzeichnis am Ende. Die benutzte Literatur wird zwar aus den Angaben in den Anmerkungen ersichtlich, doch hätte bei dem großen Wissen der Autoren dem interessierten Leser durch eine Auswahlbibliographie mit westlichsprachigen Darstellungen und dem Forschenden vor allem mit weiterführender japanischer Literatur über die Literaturangaben in den Anmerkungen hinaus die Suche nach spezifischer Sumô-Literatur erleichtert werden können.

Resümierend ist festzustellen, daß dieses Buch seiner im Vorwort geäußerten Zielsetzung, "in allgemein verständlicher Weise die langen Traditionen und kulturellen Besonderheiten des Sumô als Sport und Kult vorzustellen, eine Einführung zu geben und das Interesse durch eine Fülle von zusätzlicher Information an Sumô zu wecken", ohne Einschränkung gerecht wird. Es enthält verständlich geschrieben sowohl für denjenigen, der sich zum ersten Mal mit Sumô beschäftigt, eine Fülle von grundlegenden Informationen als auch für den ,Sumô-Kenner' - über die wissenschaftlichen Darstellungen zur Geschichte und rituell-zeremonieller bzw. religiöser Aspekte hinaus - eine Reihe von neuen Erkenntnissen, die wohl erstmals in westlicher Sprache zugänglich sind. Hervorzuheben sind in letzterem Sinne vor allem die Beiträge von Pauly und von Kowallik.

An diesem für den an Sumô aber auch allgemein an japanischer Kultur interessierten Leser empfehlenswerten Buch wird man künftige Studien zum traditionellen japanischen Ringen in westlichen Sprachen einerseits, wenn sie die darin behandelten Themenbereiche aufgreifen, messen. Andererseits kann der umfassende Abriß zum Sumô in Vergangenheit und Gegenwart sowie zu religiösen Einflüssen bzw. rituell-zeremoniellen Ausprägungen, aber auch der sportmedizinische bzw. der soziologische Ansatz in dieser Monographie für künftige Forschungsarbeiten als wichtige Quelle dienen, aus der diese wiederum schöpfen.

Auswahlbibliographie zum Sumô

BURTON, W. K.: Wrestlers and Wrestling in Japan. Tôkyô: ohne Verlagsangabe 1895.

CUYLER, Patricia L.: Sumo. From Rite to Sport. New York / Tôkyô: Weatherhill 1979.

FUJIU Takeshi: " ,Sumôrîga' ga doitsu wo kaeru? (Wird die Sumô-Liga Deutschland verändern?)", in: Mainichi shinbun chôkan. Tôkyô: Mainichi Shinbunsha, 4.8.1998. S. 6.

HASEGAWA Akira: Sumô no tanjô (Die Geburt des Sumô). Tôkyô: Shinchôsha 1993.

HIKOYAMA Kozo: Sumô: Japanese Wrestling. Tôkyô: Board of Tourist Industry, Japanese Gouvernment Railways 1940 (= Tourist Library No. 34).

HOLWAY, John B.: Sumo. Tôkyô: Tôkyô News Service 1957.

KAMEYAMA Keiichi: "Ôzumô (Großes Sumô)", in: NIHON TAIIKU KYÔKAI (Hrsg.) Saishin supôtsu daijiten (Neuestes großes Lexikon des Sports). Tôkyô: Taishûkan 1987, S. 115-126.

KELLER, Marianne u. Harald: Sumo. Der traditionelle japanische Ringkampf. Berlin: Weinmann 1981.

KENRICK, Doug: The Book of Sumo. Sport, Spectacle and Ritual. New York / Tôkyô: Weatherhill 1969.

KOWALLIK, Jutta: "Ausländer in der Welt des Sumo", in: Japan aktuell, 1989/5.

dies: "Japans heimlicher Bestseller - Wie man eine Banzuke liest", in: Japan aktuell, 1991/1, S. 24-27.

dies: "Japan im Waka-Taka-Fieber - Junge Sumo-Brüder machen Furore", in: Japan aktuell, 1992/6-7, S. 16-19.

KUBODERA Kôichi: Nihon sumô taikan (Großer Spiegel des japanischen Sumô). Tôkyô: Shinjinbutsu ôraisha 1992.

LONG, Walter: Sumo. A Pocket Guide. Tôkyô / Rutland: Tuttle 1989.

MIYAMOTO Tokuzô: Sumô hyôhaku. Sumô no arukeorojî (Sumô-Wanderung. Die Archäologie des Sumô). Tôkyô: Osawa shoten 1985.

MÖLLER, Jörg: Sumô. Kampf und Kult. Historische und religiöse Aspekte des japanischen Ringens. St. Augustin: Akademia 1990.

ders: "Abschied unter Tränen. Der Altmeister des Sumô tritt zurück", in: Japan-Magazin, 1991/6, S. 37-38.

ders.: "Sumô - Japans Nationalsport, Geschichte des Sumô", in: Japan-Magazin, 1992/5, S. 4-6.

ders.: "Vom Kult zum Sport - Zur Problematik der ausländischen Ringer im Sumô", in: Japan-Magazin, 1992/9, S. 26.

MORITA, Naruo: Sumô hyakka (Sumô [in] hundert Teil[kapiteln]). 4. Aufl. Tôkyô: Bungei shunjû (11988) 1992.

NEWTON, Clyde / Toff, Gerald J.: Dynamic Sumo. Tôkyô: Kodansha 1994.

NIHON SUMÔ KYÔKAI: Heisei jûnen ôzumô akijungyô (Herbsttournee des großen Sumô 1998). Tôkyô: Nihon sumô kyôkai 1998.

NIHON VOGU TO SUPÔTSU MAGAJINSHA (Hrsg.): 1995 ôzumô daizukan (Großer illustrierter Spiegel zum Großen Sumô 1995). Tôkyô: Nihon vogu to supôtsu magajinsha 1995.

OINUMA Yoshihiro: Sumô shakai no kenkyû (Forschungen zur gesellschaftlichen [Struktur] des Sumô). Tôkyô: Fumaidô 1994.

SACKETT, Joel / Benson, Wes.: Rikishi. The Men of SUMO. New York / Tôkyô: Weatherhill 1986.

SÔGAWA Tsuneo (Hrsg.). Sumô no jinruigaku (Anthropologie des Sumô). Tôkyô: Taishûkan 1995.

THE SUN TRADE JOURNAL: The Art of Wrestling. Tôkyô: Hakubunkan 1902, Vol. viii.

TITTEL, H.: Der Japanische Ringkampf. Bando 1919.

TOKUGAWA, I.: Japanese Wrestling. Transactions and Proceedings of the Japan Society. London 1911-12, Vol. x.

WAKAMORI Tarô: Sumô ima mukashi (Sumô - Früher und heute). Tôkyô: Kawade shobô 1963.

ders.: Sumô no rekishi to minzoku (Volkskunde und Geschichte des Sumô). Tôkyô: Kôbundô 1982 (Wakamori Tarô chosakushû daijûgokan).

Heiko Bittmann, Kanazawa


Fußnoten

[1] Bei den Weltmeisterschaften im Dezember 1998 in Tôkyô gelang es erstmals einem deutschen Sumô-Ringer in einer der ausgetragenen Gewichtsklassen einen Weltmeistertitel zu erkämpfen.Linkspfeil

[2] In dieser Reihenfolge: BURTON, W. K.: Wrestlers and Wrestling in Japan. Tôkyô 1895; THE SUN TRADE JOURNAL: The Art of Wrestling. Tôkyô: Hakubunkan 1902, Vol. 8; TOKUGAWA I.: Japanese Wrestling. Transactions and Proceedings of the Japan Society. London 1911-12, Vol. 10; TITTEL, H.: Der Japanische Ringkampf. Bando 1919.Linkspfeil

[3] KENRICK, Doug: The Book of Sumo. Sport, Spectacle and Ritual. New York / Tôkyô: Weatherhill 1969; CUYLER, Patricia L.: Sumo. From Rite to Sport. New York / Tôkyô: Weatherhill 1979; KELLER, Marianne u. Harald: Sumo. Der traditionelle japanische Ringkampf. Berlin: Weinmann 1981; MÖLLER, Jörg (Hrsg.): Sumô. München: iudicium 1994; NEWTON, Clyde / Toff, Gerald J.: Dynamic Sumo. Tôkyô: Kodansha 1994.Linkspfeil

[4] Siehe dazu beispielsweise PIETER, Willy: "Research in martial sports", in: Journal of Asian Martial Arts. 1994/2, S. 10-47. (Erie: Via Media Publishing Co.).Linkspfeil

[5] WAKAMORI Tarô: Sumô ima mukashi. Tôkyô: Kawade shobô 1963; ders.: Sumô no rekishi to minzoku. Tôkyô: Kôbundô 1982 (Wakamori Tarô chosakushû daijûgokan); KUBODERA Kôichi: Nihon sumô taikan. Tôkyô: Shinjinbutsu ôraisha 1992; HASEGAWA Akira: Sumô no tanjô. Tôkyô: Shinchôsha 1993; OINUMA Yoshihiro: Sumô shakai no kenkyû. Tôkyô: Fumaidô 1994; SÔGAWA Tsuneo (Hrsg.). Sumô no jinruigaku. Tôkyô: Taishûkan 1995.Linkspfeil

[6] NIHON BUDÔ GAKKAI: Budôgaku kenkyû bunken mokuroku. Tôkyô: Nihon budô gakkai 1998.Linkspfeil

[7] MÖLLER, Jörg: Sumô. Kampf und Kult. Historische und religiöse Aspekte des japanischen Ringens. St. Augustin: Akademia 1990; ders.: "Abschied unter Tränen. Der Altmeister des Sumô tritt zurück", in: Japan-Magazin, 1991/6, S. 37-38; ders.: "Sumô - Japans Nationalsport, Geschichte des Sumô", in: Japan-Magazin, 1992/5, S. 4-6; ders.: "Vom Kult zum Sport - Zur Problematik der ausländischen Ringer im Sumô", in: Japan-Magazin, 1992/9, S. 26; ders.: Spiel und Sport am japanischen Kaiserhof im 7. - 14. Jahrhundert. München: iudicium 1993.Linkspfeil

[8] Eine Auswahl seiner Publikationen: TAKAHASHI Yoshitaka / KITADE Seigorô: Ôzumô. Tôkyô: Heibonsha 1977; TAKAHASHI Yoshitaka: Ôzumô no sugata. Tôkyô: Heibonsha 1984; ders.: Ôzumô no jiten. Tôkyô: Sanseidô 1985.Linkspfeil

[9] Vgl. PAULY in MÖLLER 1994, S. 103.Linkspfeil

[10] Vgl. zum Beispiel WAKAMORI 1982, S. 264-266.Linkspfeil

[11] Vgl. HALL, John W.: Das japanische Kaiserreich. Frankfurt: Fischer (11968) 41983, S. 30.Linkspfeil

[12] Siehe KUBODERA 1992, S. 297.Linkspfeil

[13] KOWALLIK, Jutta: "Ausländer in der Welt des Sumo", in: Japan aktuell, 1989/5; dies.: "Japans heimlicher Bestseller - Wie man eine Banzuke liest", in: Japan aktuell, 1991/1, S. 24-27; dies.: "Japan im Waka-Taka-Fieber - Junge Sumo-Brüder machen Furore", in: Japan aktuell, 1992/6-7, S. 16-19.Linkspfeil

[14] So auf S. 177: Der Begriff hana michi wird nicht nur in der "Kokugikan" genannten Sumô-Halle in Tôkyô benutzt, sondern auch bei anderen Turnieren (vgl. KAMEYAMA Keiichi: Ôzumô; NIHON TAIIKU KYÔKAI (Hrsg.): Saishin supôtsu daijiten. Tôkyô: Taishûkan 1987, S. 125).
S. 179: mit intai zumô wird nicht nur, wie angegeben, der letzte Auftritt eines yokozuna im Ring und das Abschneiden seines Haarzopfes bezeichnet, sondern dieser Ausdruck wird auch bei anderen besoldeten Ringern benutzt (vgl. NEWTON/TOFF 1994, S. 134).
S. 183: die ,Spruchbänder' manin onrei ("volles Haus, danke sehr") finden nicht nur in der Kokugikan Verwendung, sondern bei allen sechs offiziellen Turnieren des Japanischen-Sumô-Verbandes.
Die Platzbezeichnung masu seki wird ebenfalls nicht nur in der Kokugikan benutzt, sondern zum Beispiel auch bei den Turnieren der Profiringer im ganzen Land.
S. 184: der Erklärung zu mon tsuki "zu formalen Anlässen getragener Kimono" könnte hinzugefügt werden, ,auf dem klein an mehreren Stellen das Wappen (mon) des Ringers abgebildet ist'.
S. 189: shitaku beya, der Umkleide- und Warteraum wird nicht nur in der Kokugikan, sondern bei allen Turnieren so genannt (vgl. ebd., S. 136).
Fünf Ringrichter - shôbu shinpan - sind nicht nur in der makuuchi-Klasse, sondern zum Beispiel auch in der jûryô-Klasse vertreten (vgl. ebd., S. 23).
Auf S. 174 scheint es sich um einen Schreibfehler zu handeln, denn zwei der sechs unter basho angegebenen großen Turniere der Profiringer über das Jahr hinweg finden nicht "im Juli in Fukuoka und im November in Nagoya" statt, sondern werden ,im Juli in Nagoya und im November in Fukuoka ausgetragen' (richtige Reihenfolge siehe unter dem Begriff ôzumô basho; MÖLLER 1994, S. 186).Linkspfeil

 

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